Nachhaltigkeit ist nicht mehr nur ein Trend, sondern in allen Lebensbereichen zum absoluten Muss geworden – so auch beim Hausbau oder der Sanierung. Damit das Traumhaus beim (Um-)Bau und im späteren Betrieb maximal nachhaltig ist, können sich Bauherren und Sanierer von Smart-Home-Systemen Unterstützung holen. In diesem Gastbeitrag von den Experten von The Good Home Sanieren und Neubauen ohne Sorgen – Hausbaukurs.de erklären wir Ihnen, warum Nachhaltigkeit und Smart Home beim Bau und Sanierung unbedingt zusammengedacht werden müssen.
Was bedeutet nachhaltiges Bauen?
Nachhaltiges Bauen Nachhaltig Bauen und Renovieren – Tipps umfasst weit mehr als eine energieeffiziente Bauweise: Es bedeutet, ein Gebäude ganzheitlich über seinen gesamten Lebenszyklus hinweg so ressourcenschonend wie möglich zu planen – von der Rohstoffgewinnung über die Bauausführung bis hin zum späteren Rückbau oder zur Umnutzung. Dabei stehen drei zentrale Ziele im Fokus:
- Ökologie: Ressourcenschonende Materialien, geringer Energieverbrauch, minimale CO₂-Emissionen, Schutz der Biodiversität.
- Ökonomie: Langlebigkeit, geringe Betriebskosten, Werterhalt und langfristige Investitionssicherheit.
- Soziales: Gesunde Wohnverhältnisse, Barrierefreiheit und Wohlbefinden der Bewohner:innen.
Zudem sollten wiederverwertbare Materialien bevorzugt werden, um Abfall zu reduzieren. Nachhaltiges Bauen setzt also nicht nur auf moderne Technik, sondern auch auf umweltgerechtes Verhalten und durchdachte Konzepte.
Warum gehören nachhaltiger Hausbau und Smart Home zusammen?
Ein nachhaltiges Haus ist dann besonders effektiv, wenn es mit intelligenter Technik kombiniert wird. Smart Home-Systeme sorgen dafür, dass das Gebäude in der Nutzung so effizient wie möglich funktioniert. Das betrifft nicht nur den Energieverbrauch, sondern auch die Lebensdauer von Geräten, den Umgang mit Ressourcen und den Komfort im Alltag.
Moderne Smart-Home-Technologien können Gebäude automatisch steuern, auf externe Bedingungen reagieren und sich an das Verhalten der Bewohner:innen anpassen. Diese Kombination führt zu einem deutlich reduzierten ökologischen Fußabdruck – sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung bestehender Gebäude.
Wie kann Smart Home zur Nachhaltigkeit beitragen?
Intelligente Systeme können viele Bereiche des Gebäudebetriebs verbessern und damit konkret zur Nachhaltigkeit beitragen. Wichtige Anwendungsfelder sind:
Beleuchtung
Bewegungsmelder, Helligkeitssensoren und Zeitsteuerungen helfen dabei, die Beleuchtung bedarfsgerecht zu regulieren. Dadurch wird vermieden, dass Licht unnötig brennt – das ist vor allem in Teilen des Hauses wie im Flur oder Keller hilfreich, die in der Regel nur schnell durchlaufen werden oder aber im Außenbereich. Mit LED-Technik und gezielter Steuerung lassen sich bis zu 80 % Strom im Vergleich zu herkömmlicher Beleuchtung einsparen.
Heizungs- und Anlagensteuerung
Die intelligente Steuerung von Heizungen, Wärmepumpen oder Lüftungsanlagen ermöglicht eine präzise Anpassung an den tatsächlichen Bedarf. Raumtemperaturen lassen sich individuell regeln, Heizzyklen optimieren und bei Abwesenheit automatisch absenken. Fensterkontakte verhindern das gleichzeitige Heizen und Lüften. Das spart nicht nur Energie, sondern erhöht auch den Wohnkomfort.
Energiemanagement
Ein zentrales Energiemanagementsystem analysiert den Stromverbrauch aller angeschlossenen Geräte und optimiert deren Einsatz. Bei Eigenstromproduktion (z. B. durch eine PV-Anlage) kann der Eigenverbrauch erhöht werden, indem Strom dann genutzt wird, wenn er verfügbar ist. Auch das gezielte Laden eines Elektroautos oder die Nutzung von Batteriespeichern lässt sich intelligent steuern.
Wassereinsparung
Smart Home kann durch vernetzte Armaturen und Sensoren dabei helfen, Wasser effizient zu nutzen. Sensorbasierte Wasserhähne, Leckage-Warnsysteme und intelligente Gartenbewässerung sparen nicht nur Wasser, sondern verhindern auch Schäden und unnötigen Verbrauch.
Verschattung
Intelligente Rollläden und Jalousien reagieren auf Sonnenstand, Außentemperatur und Helligkeit. Sie helfen dabei, im Sommer die Innenräume kühl zu halten und im Winter Wärmeverluste zu minimieren. Dadurch sinkt der Bedarf an Heizung und Klimatisierung.
Wie viel Einsparpotential bietet ein Smart Home?
Laut der Studie „Smart Home – Energieverbrauch und Einsparpotenzial der intelligenten Geräte“ (2019) des Öko-Instituts e.V. liegt das Einsparpotenzial je nach Ausbaustufe und Nutzerverhalten bei:
- bis zu 30 % bei Heizenergie
- 10–20 % beim Stromverbrauch
- etwa 25 % Einsparung bei Warmwasser, z. B. durch zeit- oder bedarfsgesteuerte Durchlauferhitzer oder Zirkulationspumpen
Diese Zahlen zeigen: Der gezielte Einsatz smarter Technologien lohnt sich nicht nur ökologisch, sondern auch wirtschaftlich – vor allem in Kombination mit einem energieeffizienten Gebäudekonzept.
Worauf sollte ich bei der Planung eines Smart Homes in Bezug auf die Nachhaltigkeit achten?
Ein nachhaltiges Smart Home bedeutet nicht nur Energieeinsparung im Betrieb – es bedeutet auch, verantwortungsvoll mit den Ressourcen zu planen, die für die Technik selbst benötigt werden:
Langlebigkeit der Produkte
Smart-Home-Technik sollte möglichst langlebig sein. Kurze Lebenszyklen führen zu mehr Elektroschrott, der nicht immer fachgerecht entsorgt oder recycelt wird. Daher solltest du auf qualitativ hochwertige Komponenten mit langem Support und Updatezyklen achten.
Richtiges Recycling
Wenn Geräte ausgetauscht werden müssen, ist es wichtig, sie fachgerecht zu entsorgen. Viele Smart-Home-Komponenten enthalten wertvolle, aber auch umweltbelastende Materialien. Hersteller sollten ein Rücknahmesystem anbieten oder Hinweise zur Entsorgung geben.
Energieverbrauch der Produkte
Auch Smart-Home-Geräte verbrauchen Strom – selbst im Stand-by-Betrieb. Achte bei der Auswahl auf energieeffiziente Geräte mit niedrigem Eigenverbrauch. Systeme mit lokaler Steuerung (statt dauerhafter Cloud-Anbindung) sind oft sparsamer und sicherer.
Datenschutz und Sicherheitslücken
Ein verantwortungsvoller Umgang mit Daten ist ebenfalls Teil der Nachhaltigkeit. Systeme sollten möglichst lokal verarbeitet werden, verschlüsselt kommunizieren und regelmäßig mit Sicherheitsupdates versorgt werden.
Mikrochips und seltene Rohstoffe
Smart-Home-Geräte enthalten oft Mikrochips, für deren Produktion seltene Rohstoffe wie Kobalt oder Tantal nötig sind. Diese sind meist nicht nachhaltig abbaubar und werden unter problematischen Bedingungen gefördert. Daher lohnt es sich, auf Reparierbarkeit, Updatefähigkeit und verantwortungsvoll agierende Hersteller zu achten.
Fazit: Nachhaltiger Betrieb für die Zukunft
Nachhaltiges Bauen endet nicht mit der Schlüsselübergabe – es beginnt dort erst richtig. Ein Smart Home kann ein zentraler Hebel sein, um Energie effizienter zu nutzen, Ressourcen zu schonen und den Alltag umweltfreundlicher zu gestalten. Entscheidend ist dabei ein bewusster, durchdachter Einsatz der Technik: Langlebigkeit, Energieeffizienz und Datensicherheit sollten genauso im Fokus stehen wie Komfort und Funktionalität.
Wer nachhaltigen Hausbau mit smarter Technik kombiniert, schafft ein zukunftsfähiges Zuhause – für sich selbst und kommende Generationen.
Über die Autoren 
Dieser Gastbeitrag wurde verfasst von den Expert:innen von The Good Home – Sanieren und Neubauen ohne Sorgen. Das Team hinter hausbaukurs.de unterstützt Bauherren und Sanierer mit fundiertem Wissen, praktischen Schritt-für-Schritt-Anleitungen und jeder Menge Erfahrung dabei, ihre Bauprojekte stressfrei, planbar und nachhaltig umzusetzen.
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